Extrusion 1-2024

11 Extrusion 1/2024 ➠ SKZ - Das Kunststoff-Zentrum Dr. Hermann Achenbach, h.achenbach@skz.de Dr. Benedikte Hatz, b.hatz@skz.de fügen über ausgewiesene Expertise in den Bereichen Kunststoff- und Kreislauf- wirtschaft, Logistik, betriebliche Aus- und Weiterbildung, Personal- und Organisati- onskompetenz sowie in der Entwicklung passgenauer digitaler Instrumente für ef- fiziente und nachhaltige Prozesse und Ar- beitsabläufe. Die am Konsortium betei- ligten KMU und Unternehmen adressie- ren die gesamte Kreislaufwirtschaft von der Abfallrückführung und -aufbereitung, über die Materialbeschaffung, Material- spezifikation, Herstellung von B2B-Bau- teilen für Endanwendungen bis hin zu Konsumentenprodukten. In sechs Leuchtturmprojekten erprobt der Verbund konkrete Lösungen bzw. An- wendungsszenarien der Kreislaufwirt- schaft für wichtige Problemstellungen der Unternehmen. Dabei werden die Bereiche Design for Sustainability, digitale Monito- ringlösungen für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Abfallmanagement, Vermeidung von Granulatverlusten sowie innerbetriebliches Recycling und Einsatz von Rezyklaten gleichermaßen berück- sichtigt. Hierzu werden technisch-wirt- schaftliche Analysen durchgeführt und neue Ansätze für ressourcen- und um- weltschonende Arbeitswelten erarbeitet. Die Erkenntnisse werden als Transforma- tionskonzepte und Qualifizierungsange- bote sowohl für Unternehmen als auch für Fachhochschulen und Universitäten bereitgestellt und stehen auch für den überregionalen Transfer in Wirtschaft, n Ein großes Verbundprojekt mit zehn Unternehmen der Kunststoffindustrie, ein Verband und fünf Partnern aus Forschung und Entwicklung hat im Oktober 2023 seine Arbeit aufgenommen. Ziel ist der Aufbau eines regionalen Kompetenzzen- trums der Arbeitsforschung für die Kreis- laufwirtschaft von Kunststoffen. Das Bundesministerium für Bildung und For- schung fördert das Projekt mit rund 9,8 Millionen Euro. Die Transformation zu einer ressourcen- und umweltschonenden Kreislaufwirt- schaft für Kunststoffe ist dringend erfor- derlich. Neben dem „EU Green Deal“ und dem EU Aktionsplan für die Kreislaufwirt- schaft wurden auch in Deutschland In- itiativen, Maßnahmen und Regelungen auf den Weg gebracht, die eine deutlich verbesserte Kreislaufführung von Kunst- stoffen und Ressourcenschonung verlan- gen. Unternehmen der Kunststoff-Wert- schöpfungsketten sind daher gefordert, diese Transformationsprozesse aktiv mit- zugestalten. Die neuen Anforderungen erfordern insbesondere auch neue Kon- zepte für Arbeitsabläufe und -umgebun- gen, die von den Beschäftigten mit- getragen werden müssen. Nachhaltige Lösungen in Form einer partizipativen Ar- beitsgestaltung müssen Mensch und Um- welt in den Mittelpunkt stellen. Die bayerische Region Franken rund um Würzburg und den angrenzenden Bun- desländer Hessen und Baden-Württem- berg ist besonders geeignet, diesen Wandel anzustoßen und voranzutreiben. Der Grund: Hier sind rund 240, meist mit- telständische Unternehmen der Kunst- stoffindustrie tätig. Mit KARE realisiert ein Verbund von Un- ternehmen, Forschungs- und Bildungs- einrichtungen nun ein Kompetenzzen- trum der Arbeitsforschung für die Kreis- laufwirtschaft von Kunststoffen, das weit in die betriebliche Praxis und die Gesell- schaft hineinwirken soll. Fünf For- schungseinrichtungen, zehn Unterneh- men und ein Verband sowie zehn assozi- ierte Unternehmen, Netzwerk- und Sozi- alpartner entwickeln unter der Leitung des Kunststoff-Zentrums SKZ arbeitswis- senschaftliche Konzepte, Methoden und technische Instrumente für eine nachhal- tige und gesunde Arbeitsgestaltung. Alle beteiligten Forschungseinrichtungen ver- Kompetenzaufbau für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen gestartet Gesellschaft und Politik zur Verfügung. Der Verbundkoordinator am SKZ, Dr. Her- mann Achenbach, Bereichsleiter Nach- haltigkeit und Kreislaufwirtschaft, erläu- tert, warum praxisnahe Lösungen für die Kreislaufwirtschaft in und mit Unterneh- men so wichtig sind: „Rein technisch ist vieles umsetzbar, um mehr Kreislaufwirt- schaft hinzubekommen. Oft sind es indi- viduelle Gründe direkt vor Ort bei den Firmen, weshalb vermeintliche Lösungen nicht umgesetzt werden können. Ich bin froh, dass wir mit so vielen engagierten Praxispartnern loslegen, um genau da an- zupacken, wo die Kreislaufwirtschaft funktionieren muss.“ Und ganz wichtig: „Wir müssen hierbei vor allem den Men- schen als wichtigstes Element für die Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise begreifen.“ Die notwendigen innerbetrieblichen Transformationsprozesse sollen zu einer gelebten Kreislaufwirtschaft führen – ins- besondere auch unter Aspekten einer nachhaltigen, gesunden und digitalen Ar- beitsgestaltung in allen Unternehmens- bereichen. Ziel ist der Aufbau und die Verstetigung des regionalen Kompetenz- zentrums der Arbeitsforschung KARE im Anschluss an die fünfjährige Förderphase. Das Projekt läuft bis 2028. Mit dem Kick-Off starten die KARE-Verbundpartner in die fünfjährige Entwicklungsphase (Foto: Luca Hoffmannbeck, SKZ)

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